Evangelisches Bildungswerk München e.V.

Aus der Geschäftsstelle

Ehrenrettung der Taube – ein Versuch

Ich war einmal in Worms am Lutherdenkmal. Als ich zum Reformator hochschaute, verrichtete eine Taube auf seinem Kopf gerade ihr Geschäft.
Tauben haben keinen guten Ruf. Ratten mit Flügeln nennt Woody Allen sie in einem seiner Filme. Tauben übertragen Krankheiten, heißt es. Experten streiten das ab. Tauben sind in dieser Hinsicht jedenfalls nicht gefährlicher als Eichhörnchen, Enten oder Bachstelzen. Auch vermehren sich Tauben stark, werden zur Plage. Aber da gibt es in einigen Städten Tricks. Dort tauscht man Taubeneier gegen welche aus Gips. Das hilft, auch wenn die Tauben sich einen abbrüten.
Die Taube steht andererseits für viele positive Dinge. Für die Liebe zum Beispiel. Ein Taubenpaar bleibt in der Regel ein Leben lang zusammen. Darum lässt man sie an Hochzeiten aufsteigen. Eine Taube mit einem Ölzweig im Schnabel ist ein Symbol der Versöhnung. Nach der Sintflut steigt darum eine solche Taube auf. Zwischen Gott und den Menschen ist wieder alles gut, sagt das. Bei Jesu Taufe steigt auch eine Taube auf. Die Taufe-Taube. Sie ist hier ein Zeichen für den unsichtbaren Geist Gottes, der die Welt durchweht. Das ist der Grund für Pfingsten. Denn dieser Geist Gottes ist bald nach Jesu Tod über viele Menschen gekommen. Sie waren wie in Trance. Haben so die Kirche gegründet.
Letztlich ist’s bei der Taube nicht anders wie beim Menschen. Man sagt ihr Gutes nach, man sagt ihr Schlechtes nach. Gott mag die Tauben. Gott mag die Menschen.

Herzliche Grüße, gesegnete Pfingsten
Ihr
Felix Leibrock
Geschäftsführer, Pfarrer, Autor

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