Evangelisches Bildungswerk München e.V.

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Religion im öffentlichen Raum – Ist Religion Privatsache?

„Im zeitgenössischen Christentum heißt öffentliche Theologie, dass man sozialethisch Position bezieht, aber zu letzten Fragen und geistlichen Dingen lieber schweigt. So wird Religion in der Tat zur diffusen, konturlosen Privatsache. Das ist fatal, weil gerade die Corona-Pandemie zeigt, wie gefragt die Kirche im öffentlichen Raum im Blick auf Deutungs- und Bewältigungsangebote wäre.
Der christliche Glaube kann nur dann ein ernstzunehmender Partner im Dialog der Religionen sein, wenn er wenn er sich nicht selbst zu Tode säkularisiert, sondern klar und deutlich, kritisch und wahrhaftig von Gott und der Welt spricht.“
Prof. Dr. Ralf Frisch

„Islam ist eine Religion der Freiheit im Glauben, im Denken und im Handeln. Die Vielfalt der Meinungen und Arten des Glaubens oder auch Nichtglaubens ist von Gott gewollt. Gott schafft und ist die Einheit, in der die verschiedenen Menschen zusammen kommen. Der Koran und die Tradition des Propheten sind Teil eines freien Verstehensakts. Dieser ist nicht abgeschlossen, also können und sollen sie aus heutiger Sicht reflektiert und interpretiert werden. Glaube ist deshalb eine individuelle Angelegenheit zwischen Gott und einem Menschen, niemand steht zwischen den beiden. Insofern ist der Glaube privat.“
Abdel-Hakim Ourghi

„Für das Judentum war im Laufe seiner von Unterdrückung, Verfolgung und Vernichtung geprägten Geschichte zwar für das Überleben ein weltanschaulich neutraler Staat eigentlich die beste Voraussetzung. Dennoch hat gerade das jüdische Volk eine umfassende Moral, darauf beruhende Werte und eine handlungsbasierte Ethik verinnerlicht, die es erfordert Politik und Gesellschaft aktiv zu gestalten. Seit biblischen Zeiten engagiert sich das Judentum für die Unterstützung der Benachteiligten, bessere Lebensumstände und eine gerechte Gesellschaft und hat sich den biblischen Imperativ des Tikkun Olam eingeprägt, als Partner Gottes an der Verbesserung der Welt mitzuarbeiten. Das ist keine Privatsache.“
Monika Bunk

Drei Religionen, drei Statements zu der Frage: „Religion im öffentlichen Raum – Ist Religion Privatsache?“ Im Anschluss sind Sie zu einer Diskussion mit den ReferentInnen Monika Bunk, Prof. Dr. Ralf Frisch und Abdel-Hakim Ourghi eingeladen.

_Kooperation von Diakonie München-Moosach, Evang. Bildungswerk München e.V., Ev.-Luth. Kirchengemeinde München Heilig-Geist, Koordinationsstelle Flüchtlingsarbeit im Evang.-lutherischen Dekanat München, Miteinander leben in Moosach und der Europäischen Janusz Korczak Akademie e.V. _

Zeit: Di 13.04.2021, 19.00 – 20.30 Uhr
ReferentInnen: Monika Bunk, Religionswissenschaftlerin und Theologin, Leiterin verschiedener interreligiöser Dialog-Initiativen, Marburg; Prof. Dr. Ralf Frisch, Professor für Systematische Theologie und Philosophie an der Evangelischen Hochschule Nürnberg; Abdel-Hakim Ourghi, Religionsphilosoph, Leiter des Fachbereichs islamische Theologie an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, Autor
Ort: online mit „Zoom Cloud Meetings“*
Kosten tragen die Kooperationspartner
Anmeldung bis Di 06.04.2021 an service@ebw-muenchen.de oder Tel 089 55 5 80 – 0

425-A21

Termin: Di., 13.4.21 von 19-20.30 Uhr

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